l e b e n s w e i s e
Wenn heute die Weigelia blüht, ....
feuerlibelle, Mo, 6. Mai. 2013, 08:10
jährt sich der 5.todestag meiner liebsten freundin hani.
denn, der besagte strauch, den hani sich in den letzten tagen vor ihrem ableben als symbol fürs weiterleben ihrer seele ausgewählt hat, öffnet seine wundenderschönen kardinalroten blüten seither jedes jahr am 6.mai.



wenn das kein wink von oben ist, dann weiß ich auch nicht mehr.
jedenfalls, ich glaube an das weiterleben nach dem tod, sei es nur in form einer blühenden weigelia.

Kommentieren



sturmfrau, Mo, 6. Mai. 2013, 09:45
Liebe Frau Feuerlibelle, Sie machen mir schon seit einiger Zeit so viel Freude mit Ihren blühenden Bildern, dass ich das doch gern an dieser Stelle mal sagen möchte.

Auch, wenn in diesem Fall der Anlass nicht so ganz freudig ist, das alljährlich neue Atmen und Blühen ist einfach etwas, das einen sehr lebendig fühlen lässt. Und insofern ist das Erblühen der Weigelie auch ein wunderschönes Symbol.

ich hoffe, dass sie auch weiterhin viel freude mit meinen blühenden bildern haben werden und jetzt laufe ich eine runde durch den duftenden garten und mache ein paar bilder exclusiv für sie, liebe sturmfrau :-)

Da freue ich mich jetzt schon.

der mairegen hindert mich ein bisschen am knipsen, aber ein paar herzeigbare aufnahmen habe ich doch noch gefunden.
die schönste rose aus meinem garten schicke ich ihnen mit besten wünschen mit e-post zu.

und diese blüten haben sich auch ganz schön herausgeputzt. zum beispiel die tulpe angelique ist eine augenweide, aber der wind und der regen schaden ihrer schönheit sehr......





in den blüten des rhododendrons haben sich ameisen und sonstiges ungeziefer eingemietet, sodass sich meine bewunderung heuer eher in grenzen hält.

meine lieblingsdekoblümchen sind die purpurglöckchen.


schönschönschön.

und was den rhododendron betrifft: irgendwo müssen die kleinen insekten doch auch hin. die haben ja auch eine existenzberechtigung. mehr als manche politiker.

wunderbar. Ihre Blumenbilder und auch das symbolische. Inzwischen bin ich auch so weit, an ein weiterleben zu glauben, man lernt ja dazu.

Ich habe ein paar Blümchen für Sie auf meiner Seite, den Duft müssen Sie dazuerfinden leider.

danke liebe marion!
ich liebe den duft des flieders, so riecht eben nur der mai!
Kommentieren
 

behrens, Di, 7. Mai. 2013, 13:22
Mir fallen dabei spontan die Zeilen von Nikolaus Lenau (1802 – 1850) ein:

In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir als hör’ ich Kunde wehen,
dass alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.

Manchmal bedauere ich es ein wenig, dass heute meist anonym bestattet wird, denn es ist irgendwie trostreich, einen Platz zu haben, der an einen lieben Menschen erinnert. Ein Platz , an dem es wächst und blüht und man noch etwas für/mit dem Menschen tun kann, indem man sich um diesen Platz kümmert. Ehrlicherweise muss ich zwar zugeben, dass ich dafür – wenn der Friedhof weit entfernt ist – gar keine Zeit hätte, aber trotzdem vermisse ich diese Möglichkeit manchmal. Bei Ihrer Wangelia scheint es aber gar kein Grabplatz zu sein. Hätte ich einen Garten, wäre es natürlich auch eine Möglichkeit des Andenkens.

der größte weltschmerzlyriker war schon ob seiner herkunft ein besonders feinfühliger – und hat oft den richtigen durchblick gehabt. ich mag lenau.

erst durch den tod meiner freundin hani habe ich begonnen gedenkplätze in meiner unmittelbaren umgebung einzurichten und diese auch nach verlorenen lebensmenschen zu benennen. die idee dazu lieferte mir eben meine freundin, die ihre streblichen überreste der anatomie vermacht hat und aus diesem grund weder eine bestattung noch ein grab für sie vorgesehen war.

als ich vor drei jahren meinen garten angelegt habe, wurden auch kleine "gedenkinseln" mit eingebaut, sodass ich heute alle meine lieben in irgendeiner form um mich habe....

gedenkstein für meine eltern, dahinter ein ihnen gewidmeter rosenstrauch, der für sie bis mitte november blüht.


und das ist ein gedenkstein für meine freundinnen und freunde. die hani-weigelia steht etwa 2 meter davon rechts.

Ich finde das ist eine tolle Idee! Ich habe vor etwa vier Jahren auch eine meiner Freundinnen verloren und finde es schade, dass die Grabstätte zu weit weg ist, um sie zu besuchen. Da ich keinen Garten habe, kann ich die Idee leider auch nicht übernehmen.

Eine Freundin meiner verstorbenen Freundin ist Ärztin und sie hat während ihres Medizinstudium irgendwann einmal die Grabstätte derjenigen aufgesucht, die ihre Körper der Anatomie vermacht haben. Sie hat dort einen Blumenstrauß niedergelegt um ihr Gefühl des Danks für die vielen Menschen auszudrücken, die ein Studium der Medizin erst möglich machen. Denn ist stimmt ja – wir verdanken diesen Menschen sehr viel.

Ich finde die Idee auch toll. Das ist eine schöne und vor allem sehr persönliche Art, den Geliebten Erinnerung und Respekt zu bekunden. Aus unserem Alltag ist irgendwie das Gedenken an die Toten, abgesehen von den jährlichen Feiertagen, weitgehend verschwunden. Ich selbst mag zum Beispiel die asiatische Sitte, einen Altar für die Ahnen im Haus zu haben, um an die zu denken, die vor und von uns gegangen sind.

Unser 2005 verstorbener Freund P. hat seine kantige, rebellische Art bis nach seinem Tod gewissermaßen fortgelebt und hat Freund und Frau gebeten, seine Asche unerlaubterweise mit nach Schottland zu nehmen und dort zu verstreuen. Das haben sie dann auch getan. Damit gibt es also auch für uns kein Grab, das wir aufsuchen könnten, aber eine Grabstätte ist nun auch überhaupt nicht das, was ich mit P. und seiner Art verbinde. So halte ich es gewissermaßen mit der Ahnenaltar-Tradition. Sein Bild, über die Schulter schauend mit dem für ihn so typsichen Blick, hängt in meiner persönlichen kleinen Fotogalerie über meiner Kommode, und oft spreche ich mit ihm.

Ich glaube, die Erinnerung kann einem keiner nehmen, und was man mit den Verstorbenen verbindet, ist immer ein Ausdruck der persönlichen Beziehung, die man hatte und eben auch noch hat. Das ist, ganz gleich wie es jemand für sich gestaltet, immer etwas, das mich sehr rührt.

Liebe Feuerlibelle, ich habe auch die von Ihnen verlinkten Artikel über Hani gelesen und hatte feuchte Augen. Sie geben Zeugnis von einem besonderen Menschen und einer besonderen Freundschaft. Das zählt.

@behrens: dem grunde nach reicht auch eine kleine ecke auf dem balkon oder so. bevor ich den garten hatte, platzierte ich meine seelensträucher in gefässen auf der terrasse zwischen den anderen pflanzen und zum gedenktag habe ich davor eine grabkerze angezündet. es war beeindruckend und einzigartig schön...

das requiem für ihre verstorbene freundin hat mich sehr bewegt, ich werde für ihre iris einen kleinen gedenkstein anlegen und ihr davor ein blümchen pflanzen. lassen sie mich nur bitte wissen, welche pflanze ihre freundin gemocht hat.

@sturmfrau: genau so ist das, meine liebe – die erinnerungen kann einem keiner nehmen und ich bin auch der überzeugung, dass eine innige verbindung zu dem verstorbenen auch über die zeit hinaus besteht, nur halt auf einer anderen ebene.
die ahnenaltar-tradition wird auch in meiner weitschichtigen verwandtschaft gepflegt, vielerorts findet man eine ganze galerie-wand mit unvergesslichen erinnerungsfotos.
danke, dass sie sich zeit genommen und die beiträge über hani´s leben und wirken gelesen haben.

Liebe feuerlibelle
Ich weiß gar nicht, was ich sagen/schreiben soll über dieses Geschenk, dass Sie mir machen! Ich würde es wunderschön finden, wenn meine Freundin in Ihrem Garten bei den anderen Gedenkstätten ihren Platz hätte. Sie hat nur einen Rasenplatz mit einer kleinen Steintafel auf dem Friedhof in Verden (ist ziemlich weit von uns, so dass ich noch nicht da war) und ich glaube, dass auch nur ihr Nachname auf der Tafel steht.

Bei der Lieblingsblume bin ich mir nicht sicher. Aber Iris fand es immer schön und sie war auch stolz darauf, dass ihr Name gleichzeitig auch der Name einer Blume ist. Und in ihrem Garten, den zuletzt endlich hatte, wuchsen auch Iris-Blumen. Ich glaube, über eine Iris würde sie sich sehr freuen.
Gitta

P.S.: Iris würde dies mit großer Sicherheit sehr berühren, dass jemand ihr einen Platz mit „ihrer“ Blume schafft.

liebe gitta, das machen wir so. und wenn ich mit der umgestaltung fertig bin, mache ich ein foto und lasse es ihnen zukommen. muss schauen, ob ich eine e-post-adresse auf ihrer blogseite finde, dann könnt ich sie dort kontaktieren.

Liebe Feuerlibelle,
ich schreibe die e-post-adresse hier kurz auf.........

alles klar, habe notiert. danke :-)
Kommentieren
 

birgit2604, So, 12. Mai. 2013, 20:46
Das ist ein schönes Gedenken an Ihre Freundin Hani. Das gefällt mir sehr gut.

danke liebe birgit :-)
Kommentieren